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Auf das Wohl Offenbachs getrunken


Offenbach Post Online, 11.11.2002
Auf das Wohl Offenbachs getrunken

Offenbach (alk) Einige hundert aktive und ehemalige Verbindungsstudenten der "Vereinigung der Akademikerverbände zu Frankfurt am Main" feierten am Freitagabend ihren "Rhein-Main-Kommers" im Büsingpalais. Die Wahl des Standortes sei ein Zeichen, dass man nicht allein auf Frankfurt setze, sagte Sprecher Gerhard Serges. Von den 10 000 Mitgliedern der Vereinigung lebten rund 500 in Offenbach. Farbenfroher Auftakt des Kommerses war der Einmarsch der Chargen. Abordnungen von fünf Verbindungen zogen zu Marschmusik in historischer Montur und mit Säbeln in den Saal ein. Dabei wurden die Wahlsprüche verlesen, in denen viel von Ehre, Vaterland, Treue und gesundem Geist die Rede war. Eine der fünf Abordnungen kam von der Burschenschaft Vandalia, die sich nach 30-jähriger Pause wieder neu gegründet habe. Es sei diesmal allerdings schwer gewesen, aktive Chargen zur Teilnahme am Kommers gewinnen zu können, bedauerte Serges. Viele hätten aus "fadenscheinigen Gründen" abgesagt. Den meisten Anwesenden war anzumerken, dass sie ihre Studienzeit längst hinter sich haben. Die im Verbindungsjargon "Alte Herren" Genannten waren in der Überzahl. Dennoch betonte Dr. Günter Paul, Vorsitzender der Vereinigung, das Verbindungswesen sei nichts ohne die aktiven Studenten. Ebenso freute er sich, "hochrangige Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik und Justiz" begrüßen zu können. Als prominentester Teilnehmer mahnte Landtagspräsident Klaus Peter Möller, selbst Alter Herr der Bonner Burschenschaft Frankonia, beim Aufbruch in die Zukunft dürfe die Herkunft nicht vergessen werden. Es gelte, an die Wurzeln zu erinnern und sie nicht leichtfertig zu kappen. "Leitkultur muss wieder mit Leben gefüllt werden." "Trinken wir auf Offenbach", bedankte sich Dr. Paul bei OB Gerhard Grandke für die Gastfreundschaft. Die Frotzelei zwischen beiden Mainstädten zeige nur "die Herzlichkeit, mit der wir verbunden sind", meinte der Frankfurter Rechtsanwalt. Ebenso wie der Wiesbadener Ingenieur Dr. Hans Seiler wurde Dr. Paul mit der Fabricius-Medaille ausgezeichnet.
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