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Thüringische Landeszeitung, Lokalteil Eisenach, 21.10.2002
Von Uwe Heurich
Die Väter des Grundgesetzes
Mit dem Einzug der Chargierte begann der Festakt der Deutschen Burschenschaften im Palas zur 185. Wiederkehr des Wartburgfestes. Foto: Heurich Eisenach. (ep) Vor genau 185 Jahren zogen unter dem Geläut aller Eisenacher Kurchenglocken gegen 20.30 Uhr etwa 450 Studenten aus Deutschland und Österreich zur Wartburg hinauf, um ihre Forderungen zur Errichtung eines bürgerlichen Nationalstaates zu untermauern. Zu Erinnerung daran, was 1817 geschah, waren diesmal etwa 200 Mitglieder burschenschaftlicher Vereinigungen erschienen, der größte Teil davon Alte Herren. Einer von ihnen war Rainer Brüderle, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im Deutschen Bundestag, der die Festrede hielt. Zusammengefasst hieß dies nichts anderes, als das die Burschenschafter von 1917 die eigentlichen Väter unseres heutigen Grundgesetzes sind, denn viele ihre Forderungen, finden sich dort fast wortgleich wieder. Aloyse Gombault, Vorsitzender des Verbandes der Vereinigungen Alter Burschenschafter, sprach noch einmal seinen Dank dafür aus, dass man jetzt wieder auf der Wartburg feiern könne. Dies sei ausschließlich den ehemaligen Bürgern der DDR zu verdanken, die mit Courage ihr System abgeschüttelt hätten. Eindrucksvoll hätten sie damit gezeigt, so wie es auch im Grundgesetz heißt: "Alle Gewalt geht vom Volke aus", einer Urforderung der Burschenschafter, Ebenso wie "Freiheit für alle Deutschen", was eben erst mit dem Mauerfall wieder Realität geworden sei. Die Feierlichkeiten auf dem Hambacher Schloss, dem zweiten Hort der Burschenschaften, seien zwar immer beeindruckend gewesen, hätten aber niemals das sein können, was die Wartburg sei. Unter den Klängen der Musik von Richard Wagner waren Chargierte in den Festsaal eingezogen und hatten auch das Jenaer Urschwert der studentischen Verbindungen mitgebracht. Das Motto des Abends war der Rede des Theologiestudenten Heinrich Riemann, in Eisenach ist eine Straße nach ihm benannt, entnommen: "Der Geist der Wahrheit und Gerechtigkeit soll uns leiten durch unser ganzes Leben, dass wir alle Brüder, alle Söhne eines und des desselben Vaterlandes eine eherne Mauer bilden gegen jegliche äußere und innere Feinde des Vaterlandes." Die sich dazumal auf der Wartburg versammelten, waren allesamt Studenten protestantischer Universitäten und hatten auch den langen Weg aus Breslau, Königsberg oder Greifswald nicht gescheut. Eisenach war ausgewählt worden, weil es im Zentrum des von 38 Staats- und Zollgrenzen zerrissenen Gebietes des Deutschen Bundes lag. Eisenach war aber auch gewählt worden, weil es in jenem Kleinstaat lag mit der Residenzstadt Weimar lag, der sich als Mittelpunkt des bürgerlichen und geistlichen Lebens auszeichnete. Geld für die Kriegskasse hatte man dazumal nicht. Ein weiterer wichtiger Anlass für die Studenten war zudem die 300. Wiederkehr des Reformationsfestes und die Wartburg rückte durch ihre nationale und volksverbundene Romantik immer mehr in das historische und künstlerische Blickfeld. Beklagt wurden 1817 die politischen Zustände und es wurde zum Kampf um Geistesfreiheit und Bürgergleichheit aufgerufen, ebenso zur Vaterlandsliebe ohne jede Deutschtümelei. Aber auch eine allgemeine Wehrpflicht war gefordert worden, um zu verhindern, dass wohlhabende Bürger ihre Söhne von dieser Pflicht freikaufen konnten, wie es beispielsweise Dichterfürst Goethe getan hatte. Die Menschen- und Bürgerrechte, die damals eingefordert wurden, so wurde erinnert, waren mehr als nur ein studentisches Programm, auch wenn die Grundsätze und Beschlüsse von 1817 nie offiziell verabschiedet wurden. Fazit für alle Burschenschafter war: Von der Wartburg ging die Kunde aus von Freiheit, Demokratie und Einheit. Viele Burschenschafter, Studenten und Professoren hatten dafür mit Verweis von der Universität, Einkerkerung und sogar mit ihrem Leben für das Engagement gezahlt. Am gestrigen Nachmittag wurde in Pirna von der Burschenschaft "Cheruscia" eine Spende von 7500 Euro für Hochwasseropfer überreicht.
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Dies ist ein Beitrag zur Presseschau der Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld zum Thema Studentenverbindungen. Die Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld macht sich nicht den Inhalt dieses Artikels zu eigen. Kommentare zu dem Artikel durch die Burschenschaft Normannia-Nibelungen sind im Text deutlich gekennzeichnet.