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Thüringische Landeszeitung , 30.05.2003
Wingolf feiert 69. Fest Eisenach. (ep) In diesen Tagen beherrschten das Stadtbild flanierende Burschen und Alte Herren mit Band und Mütze. Wer dabei auf Burschenschafter tippt liegt falsch, denn man legt ausdrücklich Wert darauf, dass man zu den Wingolfiten gehöre. Der christliche Studentenverband feiert mittlerweile sein 69. Wartburgfest, immer im Abstand von zwei Jahren. Vertreter aller 35 aktiven Verbindungen waren jetzt in Eisenach unterwegs, nicht nur aus Deutschland, sondern auch Österreich und Estland. Das war vor langer Zeit deutsches Gebiet und die Stadt Dorpat hatte eine weithin bekannte Universität, aus der sich auch jetzt wieder Studenten bei den Wingolfiten einschreiben. Die Verbindung zählt derzeit etwa 4200 Mitglieder, darunter 700 Studenten, sogenannte "Aktive", und freut sich darüber, dass man diese alte Tradition des Wartburgfestes nach langen Jahren wiederbeleben konnte. Gegründet wurde der Wingolf-Bund 1850 und geht zurück auf die Freikorps während der Befreiungskriege gegen die napoleonische Fremdherrschaft. Die Studenten hatten sich aber auch gleichzeitig gegen die deutsche Kleinstaaterei gewehrt und ihre Forderungen dazu aufgemacht. Schon bei der Gründung wurde die Mensur als Mittel der Auseinandersetzung abgelehnt. Der Verband versteht sich als überkonfessionell, will heißen, die Religionszugehörigkeit steht den Mitgliedern frei. Zweimal war die Vereinigung verboten, während der Nazi-Zeit und den 40 Jahren der DDR. Dennoch habe man immer gefeiert, so Vorsitzender Hans-Jürgen Onasch aus Hamburg. Immer habe es das Wartburgfest geheißen, auch wenn man vagabundierend in den verschiedensten Städten Westdeutschlands gefeiert habe. Convents ohne die Öffentlichkeit Aber es geht nicht nur ums Feiern. Immerhin gab es auch verschiedene interne Convents, teilweise verbunden mit Wahlen und der Diskussion über verschiedene Vereinsinternas. Von denen allerdings bleibt die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Prominenter Gastredner Das Treffen wurde traditionell im Innenhof der Wartburg am Abend des Himmelfahrtstages eröffnet und es gibt einen Festkommers am heutigen Abend in der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle. Gastredner dabei wird Thüringens Innenminister Andreas Trautvetter. Zu welchem Thema er spricht, war von den Vertretern der Wingolfiten nicht im Vorfeld zu erfahren. Bevor es jedoch dazu kam, gibt es eine sogenannte "Ernste Feier", wie es Onasch nennt, einen Gottesdienst - 15 Uhr - in der Georgenkirche. Dazu seien man auch die Eisenacher eingeladen, ebenso zum Frühschoppen morgen im "Storchenturm", denn die Wingolfiten sehen sich keinesfalls als geschlossenen Verein. Pflichttermin für fast alle Mitglieder der Studentenverbindung war ein Besuch des Wingolfdenkmals, das derzeit restauriert wird. 30.05.2003 Von Uwe Heurich
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Dies ist ein Beitrag zur Presseschau der Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld zum Thema Studentenverbindungen. Die Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld macht sich nicht den Inhalt dieses Artikels zu eigen. Kommentare zu dem Artikel durch die Burschenschaft Normannia-Nibelungen sind im Text deutlich gekennzeichnet.